Datum:Juli 05, 2014

Interview mit Hr. Nocke

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Im Rahmen des Jahrgangsbuchs haben unsere Schülerinnen und Schüler des Abschlussjahrgangs Interviews mit verschiedenen Personen durchgeführt. Ein wichtiger Interviewpartner war Herr Matthias Nocke (Dezernent für Kultur, Schule und Sport). Zwei Schülerinnen und zwei Schüler stellten Herrn Nocke interessante Fragen, die Herr Nocke sehr freundlich beantwortete. Nach dem 45-minütigen Gespräch bedankten sich unsere Schüler für das nette Gespräch. Hier das Interview.

  • Wollten Sie schon immer Politiker werden?

    Ich bin zwar kein Politiker, sondern ein (politischer) Wahlbeamter der vom Stadtrat gewählt wird, aber ich habe mich schon immer für Geschichte und Politik interessiert. Mit 14 Jahren bin ich Mitglied einer politischen Jugendorganisation geworden, um etwas zu verändern und aktiv zu werden.

  • Wie definieren Sie eine gute Schule?

    Die einfachsten Fragen sind die schwierigsten! Gute Schulen sind diejenigen Schulen, in denen Schülern und Lehrern die Arbeit Freude macht. Wenn Ihr morgens aufsteht und gerne zur Schule geht, weil Ihr sagt; der Unterricht ist gut und ich lerne da was. Klar, man trifft da auch Freunde, die genauso wichtig sind, denn man kann ja nicht nur elektronisch kommunizieren.

    Es ist eine wichtige Voraussetzung, dass Ihr Euch in der Schule wohlfühlt. Wenn Ihr den Eindruck habt, dass die Unterrichtsvoraussetzungen dort gut sind und Ihr dort individuell gefördert werdet. Damit Ihr auch nach der Schule das machen könnt, was Ihr eigentlich machen wollt.

    Wenn Elternhaus und Schule gut zusammenarbeiten, ist das gut. Wenn das Schulprofil ansprechend ist, wenn die Ausstattung gut ist, trägt das zur Qualität bei. Wichtig ist der Geist, der an einer Schule herrscht und das Klima bestimmt. Da gehört die Boltenheide sicherlich zu den guten Schulen.

  • Wie war Ihre eigene Schulzeit?

    In meiner Schule war es noch etwas anders: In der Grundschule habe ich noch mit Schiefertafel im Holzrahmen, Schwämmchenbox und Griffel begonnen. Griffel gespitzt! – und dann wurde Schönschrift geübt. Schönschrift war für mich nicht einfach, weil ich eigentlich Linkshänder bin. Damals galt noch der pädagogische Grundsatz: „Nimm das schöne Händchen“, das heißt man wurde umgewöhnt von der linken Hand auf die rechte Hand. Heute weiß man, dass das falsch ist. Heute macht man das nicht mehr. Wenn jemand mit links malt oder schreibt, lässt man ihn auch bei der linken Hand.

    Auf den weiterführenden Schulen war es schon vergleichbar. Allerdings nicht, was die Ausstattung angeht. Mein Jahrgang (1962) ist sozusagen eine Art Zwischenjahrgang. Da gab es Computer-AGs. Es war was Besonderes. Da konnte man – wenn man ein Freak war – mit Commodore 64 arbeiten. Man muss wirklich lange zurückgehen, um die Betriebssysteme finden zu können.

    Das Leben ist bunt, ich bin auch einmal sitzen geblieben. Davon geht die Welt nicht unter; das weiß man allerdings erst rückblickend.

  • Was ist für Sie ein guter Lehrer?

    Lehrer haben einen sehr verantwortungsvollen und schwierigen Beruf gewählt, zu den man eigentlich schon berufen sein muss. Es muss Spaß machen, junge Menschen zu unterrichten und zu ihrer Persönlichkeitsentwicklung beizutragen. Ein Lehrer braucht Einfühlungsvermögen, neben Verständnis muss er fachlich und didaktisch kompetent sein. Schüler und Lehrer zeichnet im Idealfall ein Vertrauensverhältnis aus. Leider ist die Schule heute Reparaturbetrieb für viele gesellschaftliche Fehlentwicklungen geworden. Wenn man zu meiner Schulzeit in der Schule Ärger mit dem Lehrer bekam, dann durfte man sicher sein, dass man auch zuhause mit den Eltern Ärger bekommt. Heute ist das nicht selbstverständlich:

    Es kann durchaus sein, dass die Eltern versuchen den Lehrern Ärger zu machen. Das ist zum Beispiel eine gravierende Änderung im Vergleich des Schulalltags. „Was haben Sie meinem Sohn gesagt?“ Da wird der Lehrer gut beraten sein, wenn er sagt: „Das Richtige!“.

  • Wie können wir Jugendliche Verantwortung in der Gesellschaft übernehmen?

    Es beginnt mit Kleinigkeiten. Man denkt meistens an große Dinge, die die Welt verändern. Aber meistens verändert man die Welt zu einer besseren, wenn man sich selbst zum Besseren verändert. Denn, wie man seinen Mitschülern und Mitmenschen begegnet, ist oft entscheidend. Höflichkeit und Respekt helfen sehr.

    Es ist wichtig, dass man sich für andere engagiert, weil einem selbst das Anliegen wichtig ist. Ob man sich im Sport engagiert, in einer Initiative, einem Verein oder seiner Gemeinde: Es gibt überall viel zu tun und man profitiert selbst davon, wenn man sich für Personen oder Dinge einsetzt, die einem wichtig sind.

  • Sie kennen unsere Schule seit der Gründung. Wie beurteilen Sie unsere Schule?

    Ich kann mich noch an den ersten Einschulungstag erinnern, der mir gut gefiel.

    Ich glaube, dass Eurer Schule gegenüber am Anfang in Wuppertal ein bisschen Misstrauen bestand. „Was machen die da und wer geht dahin?“ Dieses Misstrauen gibt es heute nicht mehr.

    Eure Eltern haben diese Schule gewählt, weil sie davon überzeugt sind, dass sie auf diese Art und Weise, die bestmögliche Förderung für Euch erreichen können. Alle Eltern möchten für ihre Kinder die bestmögliche Ausbildung, damit: „ Meine Kinder es später einmal besser haben“; wie man früher formulierte. Das ist eine starke Motivation. Das wird an Eurer Schule geboten, ebenso wie an anderen Schulen auch. Die Realschule Boltenheide ist, soweit ich das aus der Distanz beobachten kann, ein Erfolgsmodell.

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